Pompeji


Heller und prächtiger stehst du im Glanze nun wieder errichtet,
Kühn an den Felsen gebaute, du schönste der handelnden Städte.
Leben und Treiben versammeln die Tore, doch du übersteigst ihre Wünsche,
Ewigkeit will wie die Götter der Strom deines schlagenden Herzens.

Was für dein Leben erstrebst du ist ew'ge Erinnerung der Menschen,
Gierde und Lüste und prunkvolle Mächte lockst du in die Mauern,
Rege zu Gold sich vermehrendes Streben ist dir nur ein Spiel,
Steige und sinke im Brennen der Sonne, verlange den Gott.

Keiner der Götter, verworfen der Gier, am ersten Tage erzürnte,
Aber mit Neiden und Grollen, Gewalt und Besinnen bestimmten die Götter,
Ewig seien, hell aus dem Himmel, all was sie ihr schenkten,
Häuser und Menschen im Scheine der Sonne, in Asche begraben.       





Udo Frentzen 1972